Otto Betz über Rainer Maria Rilke (Teil 2)

lit radio betzB webBeim Studientag "Ungeborgen, hier auf den Bergen des Herzens" über Rainer Maria Rilkes meditativen Blick in die Welt referierte Otto Betz, Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Religionspädagogik an der Universität Hamburg. Das poetische Werk Rainer Maria Rilkes hat auch 85 Jahre nach seinem Tod nichts von seiner Faszination und seiner Wirkkraft eingebüßt. Was waren die Pole seines Denkens? Einerseits war er von einer nachdrücklichen Hinwendung zur Erde bestimmt, andererseits bekannte er: „Wir sind die Bienen des Unsichtbaren. Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.“ Rilke war darum bemüht, eine Schaufähigkeit zu entwickeln, die der Geheimnishaftigkeit der Wirklichkeit gerecht wird und ihren ‚epiphanischen Charakter‘ sichtbar macht. Den Menschen sah er in ein Spiel hineingenommen; und dieser solle auch darin mitspielen, um seiner Berufung gerecht zu werden. Die Bildsprache Rilkes legt uns nicht fest, sie schafft einen Raum und weckt unsere Imaginationsfähigkeit. Rilke hat kein Denksystem entwickelt und fordert nicht zur Nachfolge auf. Aber er lädt uns ein, ihm in den Garten seiner Bilderwelt zu folgen und seine Impulse in unser eigenes Leben hineinzunehmen. Als meditativer Dichter ist er noch zu entdecken.

Dieser Link führt zum Vortrag von Otto Betz

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Erich Garhammer über "Alter(n)s-Stereotype"

lit radio garhammerB webEine der größten Herausforderungen westlicher Gesellschaften ist die massive Alterung. Ab 2030 werden ca. ein Drittel aller Bundesbürger 65 Jahre und älter sein. Das Thema wird in vielerlei Hinsicht – gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich – brisant, vor allem auch deswegen, weil es jeden einzelnen von uns betrifft. Von daher ergeben sich zunächst Fragen grundlegender Art: Wie wollen wir als Ältere und Älteste leben? Wodurch soll dieses Leben vorrangig geprägt sein? Hören Sie hier das Referat "Massaker oder Balkon? Alte und neue Alter(n)s-Stereotype" von Erich Garhammer, Professor für Pastoraltheologie an der Universität Würzburg. Der Referent nimmt in seinem Vortrag verschiedene literarische Bilder vom Alter(n) in den Blick.

Dieser Link führt zum Vortrag von Erich Garhammer  

Programmblatt der Veranstaltung Wachsen bis zum Ende?   lit radio garhammerpult web

Franz Sedlmeier über mesopotamische Ijob-Gestalten

lit radio sedlmeier webZu den Forschungsschwerpunkten von Franz Sedlmeier zählt unter anderem die Wirkungsgeschichte des Ijob-Buches und die Klage seines Protagonisten als Menschheitsthema. Sedlmeier bringt in seinem Referat über den "mesopotamischen Ijob" verschiedene Beispiele der Auseinandersetzungsliteratur des Alten Orients für heute zum Sprechen. Seit 2000 ist er Ordinarius für Alttestamentliche Wissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg. 

Die Radiosendung finden Sie hier: Vortrag über mesopotamische Ijob-Gestalten

Siehe Prof. Dr. Franz Sedlmeiers Beitrag "Ijob und seine Klage als Menschheitsthema - Auseinandersetzungsliteratur des Alten Orients" und die weiteren Referate der Tagung im Archiv-Verzeichnis der Zeitschrift: "zur debatte"

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Prof. Dr. Franz Sedlmeier beim Interview für eine TV-Produktion der Reihe "alpha-lógos", die im bundesweiten Bildungskanal ARD-alpha des BR-Fernsehens gezeigt wird. Die Ausstrahlung der 45-minütigen Beiträge zur Sendereihe erfolgt jeden zweiten Sonntag um 19.15 Uhr: Link zur Lógos-Sendungsseite

Brita Steinwendtner über die Figur des Hiob in der Literatur des 20. Jahrhunderts

lit radio steinwendtner webDie Publizistin und Regisseurin, Dr. Brita Steinwendtner aus Salzburg, referiert unter dem Titel „Verbrannt, erdrückt, geknickt, zerstückt ...“ über Hiob in der Literatur des 20. Jahrhunderts. Sie studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie in Wien und Paris und ist promovierte Historikerin. Von 1972 bis 2000 war sie freie Mitarbeiterin des ORF, 1990 bis 2012 fungierte sie als Intendantin der Rauriser Literaturtage. Steinwendtner veröffentlicht Essays, Gedichte, Erzählungen; zu ihren Buchveröffentlichungen zählt u. a. Rote Lackn, Roman (suhrkamp taschenbuch 2001). 

Die Radiosendung finden Sie hier: Vortrag über Hiob in der Literatur des 20. Jahrhunderts

Siehe Dr. Brita Steinwendtners Beitrag "Hiob in der Literatur des 20. Jahrhundertsund die weiteren Referate der Tagung im Archiv-Verzeichnis der Zeitschrift: "zur debatte"

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Die Tagung wurde für die Reihe "alpha-lógos", die im bundesweiten Bildungskanal ARD-alpha des BR-Fernsehens gezeigt wird, aufgezeichnet. Die Ausstrahlung der 45-minütigen Beiträge zur Sendereihe erfolgt jeden zweiten Sonntag um 19.15 Uhr: Link zur Lógos-Sendungsseite

 

Ottmar Edenhofer über die Zukunft der Erde

lit radio edenhofer web„Die Zukunft ist keine sauber von der jeweiligen Gegenwart abgelöste Utopie: Die Zukunft hat schon begonnen“, schrieb Robert Jungk, Exponent der Zukunftsforschung aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Keine Utopie, keine Science-Fiction, keine literarische Fiktion! Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Professor für die Ökonomie des Klimawandels an der TU Berlin und stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, greift auf die großen Narrative der Gegenwart zurück, um als Philosoph und Ökonom über die Zukunft des Planeten Nummer Drei der Sonne nachzudenken: Insbesondere die Großerzählungen, die unser wirtschaftliches Handeln bestimmen, haben Einfluss auf unsere Erwartungen und unsere spezielle Interpretation der Beschreibungen künftiger Entwicklungen. Besonders interessieren ihn zwei - ganz gegensätzliche - Narrative: Kapitalismus zum einen als Befreiungsgeschichte, zum anderen als Geschichte der Ausbeutung von Mensch und Natur. Welche Erzählung wird sich künftig als wirkmächtiger erweisen? Oder gibt es eine Meta-Erzählung, die beide überschreitet? Dem Zukunftsoptimismus der Aufklärung versetzte bereits 1973 der Bericht des „Club of Rome“ einen schweren Dämpfer. Und heute? Da stehen der Angst vor Katastrophen, Klimawandel oder Kriegen die Glücksversprechen von Digitalisierung, molekularer Medizin oder Agrotechnologie gegenüber. Zu gern wüsste der Mensch etwas über seine Zukunft, doch sie verbirgt sich. Ungeachtet dessen gilt, was Sören Kierkegaard so formulierte: „Das Leben muss rückwärts verstanden, aber … vorwärts gelebt werden.“ 

Über diesen -K L I C K- kommt man zum Vortrag "Die Zukunft der Erde" von Prof. Dr. Ottmar Edenhofer.

Der Ökonom und Philosoph Ottmar Edenhofer im Programm der Philosophischen Tage in der Katholischen Akademie Bayern.

Dies ist die aktuelle Veranstaltungsnotiz der Philosophischen Tage, denen Prof. Dr. Dr. Winfried Löffler als Moderator vorstand. Löffler beschäftigt sich an der Universität Innsbruck hauptsächlich mit Logik, Wissenschaftstheorie, Medizin- und Umweltethik und Religionsphilosophie.

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