Otto Betz über Rainer Maria Rilke (Teil 1)

lit radio betz webBeim Studientag "Ungeborgen, hier auf den Bergen des Herzens" über Rainer Maria Rilkes meditativen Blick in die Welt referierte Otto Betz, Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Religionspädagogik an der Universität Hamburg. Das poetische Werk Rainer Maria Rilkes hat auch 85 Jahre nach seinem Tod nichts von seiner Faszination und seiner Wirkkraft eingebüßt. Was waren die Pole seines Denkens? Einerseits war er von einer nachdrücklichen Hinwendung zur Erde bestimmt, andererseits bekannte er: „Wir sind die Bienen des Unsichtbaren. Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.“ Rilke war darum bemüht, eine Schaufähigkeit zu entwickeln, die der Geheimnishaftigkeit der Wirklichkeit gerecht wird und ihren ‚epiphanischen Charakter‘ sichtbar macht. Den Menschen sah er in ein Spiel hineingenommen; und dieser solle auch darin mitspielen, um seiner Berufung gerecht zu werden. Die Bildsprache Rilkes legt uns nicht fest, sie schafft einen Raum und weckt unsere Imaginationsfähigkeit. Rilke hat kein Denksystem entwickelt und fordert nicht zur Nachfolge auf. Aber er lädt uns ein, ihm in den Garten seiner Bilderwelt zu folgen und seine Impulse in unser eigenes Leben hineinzunehmen. Als meditativer Dichter ist er noch zu entdecken.

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Otto Betz über Rainer Maria Rilke (Teil 2)

lit radio betzB webBeim Studientag "Ungeborgen, hier auf den Bergen des Herzens" über Rainer Maria Rilkes meditativen Blick in die Welt referierte Otto Betz, Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Religionspädagogik an der Universität Hamburg. Das poetische Werk Rainer Maria Rilkes hat auch 85 Jahre nach seinem Tod nichts von seiner Faszination und seiner Wirkkraft eingebüßt. Was waren die Pole seines Denkens? Einerseits war er von einer nachdrücklichen Hinwendung zur Erde bestimmt, andererseits bekannte er: „Wir sind die Bienen des Unsichtbaren. Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.“ Rilke war darum bemüht, eine Schaufähigkeit zu entwickeln, die der Geheimnishaftigkeit der Wirklichkeit gerecht wird und ihren ‚epiphanischen Charakter‘ sichtbar macht. Den Menschen sah er in ein Spiel hineingenommen; und dieser solle auch darin mitspielen, um seiner Berufung gerecht zu werden. Die Bildsprache Rilkes legt uns nicht fest, sie schafft einen Raum und weckt unsere Imaginationsfähigkeit. Rilke hat kein Denksystem entwickelt und fordert nicht zur Nachfolge auf. Aber er lädt uns ein, ihm in den Garten seiner Bilderwelt zu folgen und seine Impulse in unser eigenes Leben hineinzunehmen. Als meditativer Dichter ist er noch zu entdecken.

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Albert von Schirnding über das Fortleben der griechischen Götter

lit radio schirndingB webAntike Götter werden geboren, sind aber unsterblich. Sie erreichen ein ihrem Wesen gemäßes Alter und altern dann nicht weiter; sie zeugen selbst andere Götter, Halbgötter und Helden. Fundamental anders die biblische Rede von Gott, der der ganz Andere ist. Und dennoch gibt es Berührungspunkte. Antike Götter sind fast immer personale Wesen, weit mehr als nur Manifestationen von Naturerscheinungen, und sie besitzen eine Gewalt, die alles menschliche Maß übersteigt. So waren Fremdheit und Vertrautheit, schroffe Ablehnung und versuchte Integration die Pole beim Aufeinandertreffen des frühen Christentums mit den polytheistischen Religionen des griechisch-römischen Kulturkreises. Die Tagung untersucht die facettenreiche antike Götterwelt sowie die wechselseitige Sicht der heidnischen Religion und des christlichen Glaubens in der Spätantike. Darüber hinaus wurde dem Weiterleben der griechischen Götterwelt in Mittelalter und Neuzeit nachgespürt. Albert von Schirnding, Schriftsteller, Literaturkritiker und Essayist aus München, gab seinem Vortrag den Titel: "Postume Unsterblichkeit. Anmerkungen zum Fortleben der griechischen Götter in der deutschen Literatur von Schiller bis Thomas Mann."

 

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Programmblatt zur Veranstaltung "Die Unsterblichen" 

Annemarie Pieper über die Sehnsucht nach ewiger Seligkeit

lit radio pieper web„Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten“, meinte einst Sigmund Freud – wohl ernüchtert vom Blick auf seine Patienten. Dagegen hält der gute alte Aristoteles die „Eudaimonia“ gar für das letzte Ziel und höchste Gut. In unseren Landen gab es früher zwar starke anti-eudämonistische Tendenzen, von Kant bis zur Inschrift an preußischen Gymnasien: „Du bist nicht auf Erden, um glücklich zu sein, sondern deine Pflicht zu tun!“ Doch heutzutage bricht sich auch hier die Suche nach Glück neu Bahn, was allein schon die Überfülle an Ratgeber-Literatur zeigt. Sogar für Ökonomen wird das Thema zum relevanten und gleichzeitig schwer zu fassenden Forschungsgegenstand. Worin liegt aber nun das Glück? Der Antworten sind viele: in Reichtum oder Macht, in Genuss oder Askese, in Freundschaft oder Liebe, in Wissenschaft oder Kunst, in sittlichem Handeln oder im Aushalten des Absurden. Glück bleibt ein schillernder Begriff (mag man auch wie im Englischen zwischen „luck“ und „happiness“ unterscheiden), dazu „jene stets so empfindliche Pflanze“, wie Stendhal es nannte. Hören Sie hier den Vortrag von Annemarie Pieper, Professorin für Philosophie an der Universität Basel, „Wunschlos glücklich - Die Sehnsucht nach ewiger Seligkeit“. Die Referentin nimmt in ihrem Vortrag verschiedene literarische "Glücks-Entwürfe" in den Blick.

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Programmblatt zur Veranstaltung über "Glück"

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Erich Garhammer über "Alter(n)s-Stereotype"

lit radio garhammerB webEine der größten Herausforderungen westlicher Gesellschaften ist die massive Alterung. Ab 2030 werden ca. ein Drittel aller Bundesbürger 65 Jahre und älter sein. Das Thema wird in vielerlei Hinsicht – gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich – brisant, vor allem auch deswegen, weil es jeden einzelnen von uns betrifft. Von daher ergeben sich zunächst Fragen grundlegender Art: Wie wollen wir als Ältere und Älteste leben? Wodurch soll dieses Leben vorrangig geprägt sein? Hören Sie hier das Referat "Massaker oder Balkon? Alte und neue Alter(n)s-Stereotype" von Erich Garhammer, Professor für Pastoraltheologie an der Universität Würzburg. Der Referent nimmt in seinem Vortrag verschiedene literarische Bilder vom Alter(n) in den Blick.

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Programmblatt der Veranstaltung Wachsen bis zum Ende?   lit radio garhammerpult web